23.07.2010  Einsätze - [AFKDO Baden-Land] 

Schadstoffeinsatz auf der A21 nach verutschter Ladung 

In den Freitag Morgenstunden des 23. Juli 2010 langte in der Bezirksalarmzentrale (BAZ) von der Bezirksleitzentrale der Polizei eine Meldung über einen möglichen Gefahrguteinsatz auf der A21 ein.


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Über Polizeinotruf 133 meldete ein Lkw Fahrer, welcher gerade mit seinem Schwerfahrzeug auf der A21 Wiener Außenringautobahn im Bereich Heiligenkreuz Richtungsfahrbahn Wien unterwegs war, dass er Ladegut verloren hat bzw. eine geladene Flüssigkeit (vermutlich Leim) verliert.

Weiteres wurde mitgeteilt das dieser Lkw auch Gefahrgut der Klasse 8 (Anmerkung Redaktion: „ätzend") und 4.3 (Anmerkung Redaktion: „Stoffe die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln") geladen hatte. Es ist derzeit nicht bekannt ob dieses Gefahrgut ebenfalls beschädigt wurde bzw. Austritt.

Vom diensthabenden Leitstellendisponenten der BAZ Baden wurde um 06:15 Uhr laut Autobahnalarmplan S2 die Freiwillige Feuerwehr Alland und die FF Hirtenberg als zuständige Schadstoffeinheit alarmiert. Weiteres wurde bei der 144 Notruf NÖ Rettungsleitstelle ein Fahrzeug zur Beistellung angefordert.

Da zu diesem Zeitpunkt noch keine genauen Gefahrstoffnummern bekannt waren, nahm der Leitstellendisponent der BAZ Baden telefonisch direkt mit dem Lkw Fahrer Kontakt auf, um weitere Informationen bezüglich der geladenen Fracht und der Situation vor Ort zu erhalten.

Der Lenker eines LKW Planen-Stattelkraftfahrzeugzuges kam aus unbekannter Ursache kurz vor der Ausfahrt Heiligenkreuz RFb Wien von der Fahrbahn ab, fuhr auf die Autobahnböschung und konnte das Schwerfahrzeug wieder auf die Fahrbahn zurücklenken. Dabei ist teilweise die geladenen Fracht, unter dieser sich auch Gefahrgut befand, verrutscht. Das in der Mitte des Auflegers geladene Gefahrgut dürfte aber dabei vermutlich nicht beschädigt worden sein. Ebenfalls geladener Leim trat aus einigen Behältnissen aus.

Diese Informationen und die genauen Stoffdaten bzw. Gefahrenhinweise laut Gefahrgutdatenbank (Hommel) wurden von der BAZ Baden sofort den noch zufahrenden Feuerwehreinsatzkräften (Schadstoffeinheit) mitgeteilt.

Bericht FF Hirtenberg:

....am Freitag, den 23.7.2010 wurde die FF Hirtenberg zu einem Schadstoffeinsatz auf der A21, Richtungsfahrbahn A2 bei der Abfahrt Heiligenkreuz alarmiert. Als erstes Fahrzeug fuhr Schadstoff Hirtenberg aus, kurz danach fuhr auch ULF (Universallöschfahrzeug) Hirtenberg aus. Während der Anfahrt wurde von der BAZ Baden folgende Situation mitgeteilt: Die Ladung eines LKWs war verrutscht und teilweise beschädigt worden, eine weiße Flüssigkeit - vermutlich Leim - tritt aus. Der Fahrer machte eine Meldung an die Polizei und gab auch an, dass er Gefahrgut geladen hat. Da nicht klar war, ob auch diese Packstücke beschädigt sind, wurde als Sicherheitsmaßnahme auch der Schadstoffzug der FF Hirtenberg alarmiert. Bei den Gefahrgütern handelte es sich um Aluminiumphosphid, ein sehr giftiges und reaktives Insektizid, dass mit Wasser in gefährlicher Weise reagiert, sowie ein basisches Reinigungs- und Bleichmittel. Die BAZ Baden konnte hierzu bereits erste Sicherheitsangaben und Maßnahmen aus der Gefahrgutdatenbank "Hommel" an die FF Hirtenberg weiterleiten.

Die FF Hirtenberg kam wenige Minuten nach der FF Alland an der Einsatzstelle an. Als erstes wurde von ULF Hirtenberg gemeinsam mit der Autobahnmeisterei Alland die erste Fahrspur abgesperrt. Nachdem Kontakt mit der FF Alland und der Autobahnpolizei aufgenommen worden war und weitere Informationen vom LKW-Lenker eingeholt worden waren, rüstete sich ein Trupp der FF Alland mit umluftunabhängigen Atemschutz aus, um zu erkunden, ob die Gefahrgutpackstücke beschädigt sind. Gleichzeitig wurde von der FF Hirtenberg begonnen die Chemikalienschutzanzüge für den Einsatz vorzubereiten. Nachdem die Erkundung durch den Atemschutz-Trupp durchgeführt worden war, konnte für die anwesende Einsatzkräfte Entwarnung gegeben werden, da die Gefahrgutpackstücke nicht beschädigt worden war. Bei der ausgelaufenen weißen Flüssigkeit handelte es sich um weitgehend ungefährlichen Leim, der in geringer Menge aus einem Kübel ausgeronnen war. Nachdem die Gefahrgutexperten der Polizei eingetroffen waren, wurde mit diesen die Lage besprochen und die FF Hirtenberg konnte wieder die Heimreise antreten.


Eingesetzte Kräfte:
FF Hirtenberg: SSTF, ULF mit 10 Mann
FF Alland: KRFB, RLFA mit 10 Mann
Polizei: 2 Fahrzeuge mit einer Polizistin und 3 Polizisten
Rotes Kreuz: 1 Fahrzeug mit 3 Mann


Bericht: BSB ÖA Stefan Schneider u. Wolfgang Lötsch SB ÖA FF Hirtenberg
Fotos: FF Hirtenberg


Beitrag erstellt am 23.Juli 2010
St. Schneider BSB ÖA
0676 / 861 32 052

 

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